Mittwoch, 21. März 2012

Rüssel rein - Rüssel raus - aber heut' geht's gut ....

Baustelle im Regen
Mein lieber Herr Gesangsverein, was war das doch für ein verregneter Tag in Beckum und dazu noch eine Pumpbaustelle mit verjüngten Schläuchen am Pumpenrüssel, nur zu gut geeignet um damit schmale Schalungen von Kuhstallwänden mit Beton zu füllen. Doch wie kommt Kuhkacke aufs Dach, oder besser gesagt, wie kommt der Beton durch das Dach ?
An verschiedenen Stellen wurden kurzerhand ein paar Dachziegel entfernt, so konnte der Pumpenfahrer den Schlauch mit seinem 42m langen Mast direkt an die passende Stelle der Schalung führen. Da wo es nicht reichte wurde ein weiterer dünner Schlauch an das bereits dünne Ende montiert und mir schwante schon nichts Gutes bei dem Gedanken das schon ein kleiner Fehler bei der Pumpenbedienung oder nur ein zu groß geratener Stein im Beton des Mischfahrzeugs in den dünnen Schläuchen einen Stopper auslösen könnte, war dies doch in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen so der Gedanke der Erfahrung wegen.
Während der Pumpenfahrer mit seiner Funkfernbedienug den Diesel seiner Actrose startete und mir mit der Hupe verständlich machte das es nun losgehen kann, hatte ich bereits den Trichter der Pumpe mit Beton gefüllt und ließ das graue Zeug langsam laufen. Sehr langsam sogar, denn er pumte ja auch nicht gerade schnell. Zum einen lag das wohl an den dünnen Schalungen, zum anderen an den dünnen Schläuchen. Das war wiedermal so eine Sonderaktion und ich stand im Regen.
Rüssel raus aus dem Dach ....
Und die Bauarbeiter, in unseren Breiten auch Mürker genannt, wollten einfach nicht fertig werden. Zwischendurch stoppte der Pumpenfahrer immer wieder seine selbstfahrende Arbeitsmaschine um entweder neue Schläuche anzubauen oder zu warten bis die Bauarbeiter ihre Schalungen richtig gesichert hatten.
Ich konnte in der Zwischenzeit noch nicht mal im Fahrerhaus warten weil der Kollege nach ein paar Sekunden wieder auf die Hupe drückte um wieder ein paar Schläge zu pumpen aber dank meiner Regenkleidung blieb ich wenigstens trocken.
Plötzlich passierte das, was ich schon befürchtete aber nicht hoffte. Der Motor der gelben Betonpumpe wurde nach wilden Hupen des Pumpenfahrers und Vor- und Rückwärtspumpen des Betons in den Rohrleitungen der Pumpe ausgeschaltet was sich sofort nach noch mehr Wartezeit anhörte. Als sich nichts mehr rührte ging ich zum Ort des Geschehens in den Stall, um zu sehen was Sache war.
"Da kommt nichts mehr raus, der sitzt zu", soweit der eigentlich ruhige Kollege Pumpenfahrer schimpfend über dem Schlauch.
Also hat er erstmal mit dem Hammer geklopft und als das auch nichts half wurden die Schläuche demontiert. Schlauch für Schlauch wurde entfernt und überprüft und nichts wurde gefunden. Die Schläuche waren leergelaufen aber an welcher Stelle der Brocken steckte, der für die Verstopfung verantwortlich war, blieb unklar. Zumindest solange, bis der Mast soweit abgesenkt wurde, das der Fahrer auch das Endstück mit der Verjüngung erreichen konnte. Ein paar Hammerschläge später wurde klar, das sich die Verjüngung einen Brocken eingefangen hatte.
Die Metallverjüngung wurde aus der Leitung gelöst und mit dem dicken Ende auf den Boden gestoßen und siehe da, daraus löste sich ein großer Klumpen harter Stahlfaserbeton. Stahlfasern haben ja bekanntlich die Eigenschaft den Beton noch besser zusammenzuhalten aber hier war offensichtlich der Zweck dazu stark verfehlt. In diesem Beton für die Kuhstallwände sollten eigentlich keine Stahlfasern enthalten sein, Wo also kamen die denn her ? Der Klumpen hat sich wohl aus alten Ablagerungen in der Trommel meines Fahrmischers gelöst nachdem ich den Beton an dieser Baustelle schon ziemlich lange mischen ließ. Nun könnte man ja über die Reinhaltung und Pflege seines von der Firma zur Verfügung gestellt bekommenen Fahrmischers fachsimpeln aber so ist das nunmal wenn die Fahrzeuge von unfähigen Aushilfen bedient werden, da erkennt so manch Mürker den Mischer wieder und äußert sich schonmal lachend über das Fahrzeug mit den Worten: "Ach, da kommt ja die Hure !"
Also los, auf ein Neues. Die Schläuche wieder an die Pumpe dran, anpumpen, Leitung wieder zu. Vor- und zurück pumpen, Rüssel runter, Verjüngung ab, Mist ! Das ganze Spiel wiederholte sich dann noch drei mal bis endlich alle Brocken aus dem Rohrleitungssystem raus waren. In der Zwischenzeit stand ich bereits seit 2 Stunden an der Baustelle und ließ den Beton während der langen Wartezeiten immer wieder im Fahrmischer mischen damit er in Bewegung war und nicht hart wurde.
Als es dann wieder einigermaßen weiter ging hob der Kollege Pumpenfahrer den Rüssel hoch um seinen gesamten Schlauch aus dem Dach herraus schauen zu lassen und wieder in ein neues Loch einzuführen. Das war ein echtes Spiel mit der Geduld, denn der Beton wurde dadurch ja auch nicht mehr besser.
Doch dann hörte ich endlich den Kies in der Trommel klappern was soviel bedeutet das die Mischertrommel bald leer sein wird. Ich drückte auf die Hupe, die Betonpumpe hat einen extragroßen Druckschalter dafür neben dem Einfülltrichter. Die Hupe selbst befindet sich am Ende des blauen 42m langen Auslegers damit der Pumpenfahrer die auch hört um den Pumpvorgang unterbrechen zu können.
Jetzt schnell noch die Rutsche von Betonresten gereinigt und den Lieferschein in sein Fahrerhaus gelegt, dann ab zum Betonwerk.
Warten, warten und nochmal warten ....
Als ich am Betonwerk eintraf bekam ich von der Dispo die Message über Funk: "Du mußt nochmal da hin", und so hätte die Überschrift auch lauten können, "Beckum im Regen", denn wie sollte es auch anders sein an diesem Tag, Regen, Regen und nichts als Regen. Doch noch während ich wieder unterwegs zur Baustelle war, hatte ich noch diesen Ohrwurm vom Freitag Abend im Ohr: "Rüssel rein, Rüssel raus, aber heut' geht's gut ....



Sonntag, 11. März 2012

Transportbeton in China

Während meines Urlaubs in China habe ich mal ein paar Info's über die Transportbetonfahrer in China sammeln können. Ein herkömmlicher 3 Achsen Mischer fährt hier mit 8 m³ Beton an die Baustelle. Der Job des jungen chinesischen Fahrers aus Wuhan in der Provinz Hubei ist aber der gleiche wie in allen anderen Ländern und nach seiner Aussage für Rentner absolut tauglich. Fahrtenschreiber gibt es aber nicht. Hier darf noch gearbeitet werden bis der Job erledigt ist. Die Betonpumpen an Baustellen wie der auf den Bildern sind nicht selten bis tief in die Nacht hinein im Einsatz. Schwere Trucks sind aus der Innenstadt verbannt worden und so benötigen auch die Mischerfahrer eine Erlaubnis um an die Baustelle zu gelangen. Diese ist in Form eines Pappschilds in der Frontscheibe des Fahrmischers sichtbar.

Dienstag, 21. Februar 2012

Umweltverschmutzung durch Betonfließmittel

Bildbeispiel: Betonfließmittel
Der Fahrer eines Betonmischers wird über die Zusammensetzung von Komponenten des Betons in seinem Fahrmischer häufig nur unzureichend bis garnicht informiert. Woher soll er auch das Wissen nehmen, für das eigentlich die Laboranten zuständig sind? Und doch, wäre unsere Umwelt mit etwas mehr Aufklärung seitens der Baustoffkonzerne nicht ein wenig besser dran?

Um die Qualität des Betons nicht durch die nachträgliche Zugabe von Wasser an den Baustellen zu beeinträchtigen, werden Zusatzmittel wie Verflüssiger oder Fließmittel beigemischt. Beide haben die Eigenschaft, den Beton fließfähiger zu machen, ohne das korrekte Mischverhältnis bestehend aus Sand, Kies, Zement und Wasser, ändern zu müssen.
Fließmittel werden heute in nahezu allen Betonwerken und als Zugabe an den Baustellen eingesetzt und sind aus qualitätstechnischer Sicht, vorallem bei Fließbeton, unverzichtbar.
Natürlich hat Qualität auch seinen Preis, welcher dem Kunden weiterberechnet wird. Doch welchen Preis hat das für unsere Umwelt ? Welche Auswirkungen haben die Bestandteile des Fließmittels, zu denen Naphthalin-Formaldehyd-Sulfonate, Melamin-Formaldehyd-Sulfonate und in neueren Fließmitteln auch Polycarboxylate gehören ?
Mit der Frage der Umweltbelastungen beschäftigte sich das SCHWEIZER BUNDESINSTITUT FÜR TECHNOLOGIE und veröffentlichte die folgende Doktorarbeit in Sachen Naturwissenschaften.

Studie zu Umwelteinflüssen von Inhaltstoffen in Naphtalinsulfonaten
Naphthalinsulfonate und Naphthalinsulfonatformaldehydkondensate
(NSFK) sind Zivilisationschemikalien, welche aufgrund ihres ionischen
Charakters, ihrer Persistenz und ihrer weitverbreiteten Anwendung die
Gewässer verschmutzen. Sie werden vorwiegend in der Textilindustrie und
als Hochleistungsbetonverflüssiger im Bauwesen angewendet. Für beide
Anwendungen wird der weltweite Jahresverbrauch auf je 150'000 Tonnen
geschätzt. Das Umweltgefährdungspotential sulfonierter Naphthaline, die
in der Textilindustrie zum Einsatz kommen, wurde bereits eingehend
untersucht. Die Rolle der Bauindustrie als Quelle für NSFK in der Umwelt
ist jedoch noch weitgehend unbekannt. Der Schwerpunkt dieser Studie
besteht darin, das Umweltrisiko von NSFK aus der Bauindustrie zu
ermitteln. Da die moderne Bautechnologie vermehrt auf chemische Zusatzmittel
angewiesen ist und NSFK zu den meist angewendeten Betonzusatzmitteln
gehören, representiert diese Arbeit ein Musterbeispiel für die
Abschätzung des Umweltrisikos von polaren organischen Bauchemikalien
im Allgemeinen.
Eine analytische Methode zur Bestimmung von NSFK in Wasserproben
wurde entwickelt. Diese basiert auf synchroner Anregungsfluorimetrie mit
einem von 105 nm. Alle NSFK-Komponenten (Monomere und
Oligomere mit verschiedenen Kettenlängen) werden als Summenparameter
erfasst. Die Proben wurden dazu weder angereichert noch aufgetrennt.
Interferenzen durch Huminsäuren und Nitrat wurden nur bei
Konzentrationen über 1 mg C/L und 1 mg NO3
-/L beobachtet. Eine
mögliche Verstärkung des Fluoreszenzsignals durch Naphthalin wurde
durch das Extrahieren der Umweltprobe mit n-Hexan verhindert. Die
Nachweisgrenze der Methode beträgt 0.2 g/L.
An zwei Tunnelbaustellen wurden Feldstudien durchgeführt. Bei beiden
Baustellen wurden NSFK enthaltende Zementsuspensionen in den Grundwasserleiter
injiziert, damit der Schotter rundum den Tunnelquerschnitt
stabilisiert werden konnte. Das Grundwasser wurde während eines, bzw.
zweier Jahre überwacht. NSFK-Konzentrationen von bis zu 230 g/L
konnten in einem Abstand von 5-10 m zur Baustelle gemessen werden.
Die Konzentrationen von einigen NSFK-Komponenten in den
Grundwasserproben sanken schneller als aufgrund der Verdünnung des
VII
NSFK erwartet werden kann. Diese beschleunigte Abnahme wurde der
biologischen Transformation zugeschrieben. Dies konnte durch Bioabbauexperimente
im Labor bestätigt werden. Die Experimente zeigten, dass die
meisten NSFK-Monomere innert 195 Tagen abgebaut werden. Hingegen
sind Naphthalin-1,5-disulfonat und die NSFK-Oligomere persistent.
Im Grundwasser konnten NSFK-Komponenten mit Kettenlängen von eins
bis vier Einheiten gefunden werden. Ihre Migrationszeiten im Aquifer
waren unterschiedlich. Dieses Verhalten konnte mit Adsorptionsexperimenten
erklärt werden. Die Experimente zeigten, dass die
Adsorptionsfähigkeit der Oligomere mit zunehmender Kettenlänge
ansteigt. Oligomere mit Kettenlängen von mehr als vier Einheiten
adsorbieren innert wenigen Stunden zu mehr als 90 %. Daraus kann
gefolgert werden, dass sie stark an den Zement adsorbieren und daher nicht
ins Grundwasser ausgewaschen werden.
Basierend auf den Grundwasseruntersuchungen der zwei Feldstudien war
es möglich, die Massenflüsse dieser Baustellen zu berechnen. Die
Abschätzungen zeigten, dass ca. 5 % des eingesetzten NSFK ins
Grundwasser ausgewaschen wurde. Etwa 80 % davon können im
Grundwasserleiter biologisch abgebaut werden, 20 % jedoch bleiben im
Grundwasser. Untersuchungen an weiteren NSFK-Quellen zeigten, dass
auch NSFK von Baustellenabwässern und Abwässer von NSFK
Produzenten über Kläranlagen in die Umwelt gelangen können. Da
Naphthalin-1,5-disulfonat und die NSFK-Oligomere auch in adaptierten
biologischen Klärstufen nicht abgebaut werden, können sie die Kläranlage
unverändert passieren.
Die gemessenen Umweltkonzentrationen von NSFK dienten dazu, eine
Risikoabschätzung für NSFK im Grundwasser und in
Oberflächengewässern zu machen. Ein PEC/PNEC Verhältnis basierend
auf einem Worst-Case-Szenario war grösser als 1. Ein möglicher Umwelteinfluss
durch NSFK kann daher nicht ausgeschlossen werden.
Mit dieser Studie konnten die bauindustriespezifischen Quellen für NSFK
in der Umwelt bestimmt und das Schicksal und Verhalten von NSFK im
Grundwasser erforscht werden. Die Studie ist ein Beispiel für die Abschätzung
des Umweltgefährdungspotential von polaren organischen Bauchemikalien.

Damit ist eine Umweltgefährdung durch in Fließmitteln enthaltenen Stoffen nachgewiesen.
Jede Baustelle, an der unter diesen Kriterien fallendes Fließmittel verwendet wird, läuft also Gefahr, nach jedem Reinigungsvorgang eines Fahrmischers, schädliche Substanzen in den Boden zu bekommen, welche das Grundwasser konterminieren können. Fährt der Betonfahrer sein Mischfahrzeug ungereinigt zum Werk zurück, trägt er das eigene Risiko, Rückstände auf der Straße zu verlieren.
In dem Fall ist das ein Verstoß gegen die StVO §22 (1) Ladung: Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
Weiterhin besteht die Gefahr, während der Rückfahrt mit dem ungereinigten Fahrzeug auch das Grundwasser zu belasten.
Abhilfe schaffen könnte hier sicherlich eine Vorrichtung an allen Fahrmischerrutschen, die das Herabfallen von Rückständen verhindert. In vielen Werken sind diese Schutzsysteme bereits standart, andere Werke wiederum verzichten bewußt auf diese Systeme.
 
Doch auch nach Umsetzung aller möglichen Maßnahmen bleibt ein gewisses Restrisiko für unsere Umwelt bestehen. So wird z.B. nicht jedes Fundament vor dem Einbau des Betons mit Folie ausgekleidet.
Auch beim Auswaschen der Betontrommel im Werk fließt zwar das Brauchwasser in die werkseigene Kläranlage, es bleibt aber weiter konterminiert und wird wiederverwendet. Das Risiko, Grundwassergefährliche Stoffe im Beton zu haben, bleibt also auch an Baustellen bestehen, an denen kein Fließmittel zugegeben werden muß. Generell bleibt zu hoffen, das die Bauchemie in Zukunft neue Wege geht und von Stoffen wie Naphtalinsulfonaten absehen kann.
Allen Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Zusatzmittel zum Trotz spricht die Doktorarbeit des Schweizer Bundesinstituts für Technologie nämlich eine andere Sprache. Naphtalinsulfonate wirken sich nachweisbar schwerwiegend auf die menschliche Gesundheit aus und jeder weiß das ein Überleben ohne Trinkwasser nicht möglich ist.
 
 

Freitag, 10. Februar 2012

Schwergewicht auf vier Achsen

Vorab hier gleich erstmal eine Information für meine überaus geschätzten Leser in Kanada und den USA. Bei der Waage auf den Bildern handelt es sich nicht um eine D.O.T. SCALE ! Etwas derartiges gibt es in Deutschland nicht. Hier handelt es sich vielmehr um eine geeichte Werkswaage.

Grün-Weisses Schwergewicht
Der Blick auf die Anzeige der Waage macht deutlich, Betonmischer sind echte Schwergewichte. Das zulässige Fassungsvermögen der Mischertrommel ist je nach Hersteller variabel und bewegt sich, je nach vorhandener Achsenanzahl und entsprechender Zulassung, in Gewichtsklassen zwischen 26 und 50 Tonnen Gesamtgewicht. Das Gewicht pro m³ Beton ist stark abhängig von dem Mischungsverhältnis, welches etwa 13/16 Sand und Kies, 2/16 Zement, 1/16 Wasser und teilweise einige Zusatzmittel wie Verflüssiger, Fließmittel oder sogar Stahlfasern enthält und liegt bei etwa 2400 kg.
Das Volumen der Fahrmischertrommeln variiert etwas bei den unterschiedlichen Herstellern. Grundsätzlich sind aber von 6m³ bis 12m³ Fassungsvermögen bei regulären Betonmischfahrzeugen und bis zu 15m³ bei modernen Sattelaufliegern möglich, letztere werden aber nur für Großbaustellen benutzt.
Am Steuer eines Betonmischers

Samstag, 21. Januar 2012

Bielefeld - Die freundliche Baustelle am Teutoburger Wald

City-Highway Bielefeld am Teutoburger Wald
"Bielefeld, die freundliche Stadt am Teutoburger Wald", so präsentierte das Stadtmarketing das Oberzentrum Ostwestfalens. Die Bielefelder selber münzten das über lange Zeit zur "freundlichen Baustelle" um, weil über Jahre hinaus durch den Bau der unterirdischen Haltestellen der Stadtbahn fast nichts mehr ging. Und auch heute ist Bielefeld noch immer die Stadt der vielen Baustellen.

Sparrenburg Bielefeld

Betonlieferung Realschule Bielefeld
Davon profitieren natürlich auch alle Baustoffhändler. Und mit welchem Baustoff ist Bielefeld so grau geworden ?
Richtig, mit Beton.
Über den Ostwestfalendamm fliege ich schon früh am Morgen in die Stadt ein. Der Auftrag war eher ein Kleiner, doch er hatte es in sich.
Vorbei an Bielefelds Wahrzeichen, der Sparrenburg, begab ich mich in die morgentliche Rush Hour und machte mich hinter dem Bahnhofsviertel gleich mal entgegen der Fahrtrichtung breit, um meinen Betonmischer passend mit Hilfe eines wild gestikulierenden Bauarbeiters, welcher auf diese Weise krampfhaft versuchte die freundlichen Autofahrer dieser Stadt zum warten zu bewegen, rückwärts in die schmale Feuerwehreinfahrt eines Schulgeländes zu bewegen.  
Gefahrenquellen lauern in unserem Job ja schon überall und als sei das nicht schon genug, begebe ich mich auch noch in die Höhle des Löwen und werde von spielenden Kindern heimgesucht, dessen Schulaufsicht nichts besseres zu tun hatte, als die Kids trotz Baustelle auf dem Schulhof spielen zu lassen.
Immerhin war die junge Lehrkraft so freundlich und führte die Kinder auf meine Weisung hinter den Bauzaun auf die sichere Seite des Schulhofs von wo aus alle mehr oder weniger interessiert zu schauten, wie ich den Beton unter Zugabe von etwas Fließmittel in die passende Konsistenz mischte. Am liebsten hätten die Kids jetzt alle um mich herum gestanden, so eine sich drehende Trommel mit Grün-Weissen Streifen ist schon was tolles, aber nun war eben die Pausenaufsicht die Gelackmeierte und stellte sich den bohrenden Fragen der Schüler während ich bereits einen halben Kubikmeter in die Bombe rutschen liess.
Der Polier erklärte mir, das ich hoffentlich etwas Zeit mitgebracht hätte, es würden Ringbalken und Säulen betoniert. Aber sicher hatte ich Zeit, erstens werde ich im Stundenlohn bezahlt und zweitens hätte drängeln auch nicht geholfen, solche Betonierarbeiten dauern eben etwas länger.

Ein Kollege der Nachbarfirma
Nach gut einer Stunde war es vollbracht und der Mischer leer. Ich trat die Rückreise zum Werk nach Gütersloh an. Doch schon nach wenigen hundert Metern Fahrt stockte der Verkehr. Natürlich kam ich mitten in die Rush Hour und zu allem Überfluß passierte ich auch noch unzählige verkehrsbehindernde Baustellen, weswegen die Stadt Bielefeld nicht umsonst die freundliche Baustelle am Teutoburger Wald genannt wird.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Doppelpack in Grün-Weiss

Grün-Weisse Doppelentladung an der Pumpe.
Zunächst einmal ein frohes neues Jahr an alle Beton- und Pumpenfahrer, alle angestellten der Baubranche und nicht zu Vergessen, alle Leser von Betonfahrerblog.
Von dem schlechten Wetter der vergangenen Wochen können wir alle ein Lied singen. Vom erwarteten Schnee gabs in dieser Wintersaison kaum eine Spur aber dafür jede Menge Regen, nicht nur in dieser Region Deutschlands. Das kann in diesem Job schon recht unangenehm werden, vorallem wenn man seine Maschine an der Baustelle bedienen muß. Im Idealfall beliefern wir Betonfahrer dann eine Betonpumpe. Der Entladeprozess ist innerhalb kürzester Zeit erledigt und man sitzt wieder im trockenen Fahrerhaus. Der Pumpenfahrer hat hier oft das Nachsehen und steht die ganze Zeit draußen auf der nassen Baustelle, denn nicht immer wird gerade, so wie in diesem Fall, ein Hallenboden betoniert, dessen Halle bereits fertig ist. Der Pumpenfahrer kann hier also im Trockenen seine Arbeitsmaschine steuern.
Das Team der Einbaufirma ist auf Zack und so kann ohne Unterbrechung durchgepumpt werden. Hierzu ist es erforderlich, mit zwei Fahrmischern an die Pumpe herranzufahren, wie hier in Neuenkirchen bei Gütersloh. Dank fabelhafter Arbeit unseres erstklassigen Disponenten klappt es mit der Belieferungskette und der Transportbeton kommt Laster für Laster gerade dann an der Baustelle an, wenn gerade wieder ein Kollege leer geworden ist.
Vor der Abfahrt an der Baustelle ist allerdings darauf zu achten, das die Rutsche von Betonrückständen gereinigt wird. Ich kann das garnicht oft genug erwähnen, wer das vergisst, läuft Gefahr, auf dem Rückweg zum Betonwerk Rückstände, wie Steine oder Zementschlempe, zu verlieren was als verlorene Ladung geahndet werden kann. Es versteht sich wohl von selbst, das professionelles Fahrpersonal für andere Verkehrsteilnehmer kein Sicherheitsrisiko darstellt weil die ihre Betonmischer vorm Verlassen der Baustelle fachgerecht säubern.
Mit dem Betriebsfunk wird das Werk von uns Fahrern über den Ablauf an der Baustelle in Kenntnis gesetzt. Die Dispo kann ja schließlich nicht so einen langen Hals machen um zu sehen, was an der Baustelle abgeht. Zwar sind alle Mischfahrzeuge mit einem GPS Sender ausgerüstet, so das der Disponent sehen kann welches Fahrzeug gerade wann und wo in Bewegung gesetzt wird, das jedoch ersetzt nicht den Betonfahrer, der sich vor Ort befindet und über eventuelle Vorkommnisse Meldung machen kann. Eine gute Kommunikation zwischen allen Mitarbeitern ist eben auch Grundvorraussetzung für einen reibungslosen Arbeitsablauf.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Frohe Weihnachten und viel Beton im nächten Jahr

Zum Jahreswechsel wünsche ich allen Beton- sowie Pumpenfahrern, allen Bauarbeitern und Mitwirkenden, und vorallem den Lesern dieses Blog Frohe und geruhsame Weihnachtsfeiertage und einen Guten Rutsch ins neue Jahr. Mögen auch 2012 die Auftragsbücher wieder voll mit Arbeit sein.
Hier wird ein Hallenboden betoniert.
Das folgende Bild endstand übrigens als ich 2010 die Weihnachtsparade im kanadischen Winnipeg besuchte. Es zeigt einen weihnachtlich geschmückten Betonmischer der Firma Building Products and Concrete Supply.
Merry Christmas - Fröhliche Weihnachten

Sonntag, 11. Dezember 2011

Betonfahrer, mach mal Pause ....

Pause für den Einkauf am Supermarkt.
Die Pausen während des laufenden Tages sind äußerst wichtig und gehören zur täglichen Aufgabe eines jeden pflichtbewußten Betonfahrers. Natürlich gibt es auch in diesem Beruf regelbestätigende Ausnahmefälle, welche es mit den Fahrpersonalgesetzen nicht so genau nehmen und auch die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auf Landstrassen überschreiten. Früher oder später kriegen sie auch euch, so die Werbung. Erfahrene Kraftfahrer kennen sich mit den spezifischen Regularien sehr gut aus und haben Verstöße garnicht nötig. Eine professionelle Arbeitsweise spart Zeit, Kosten und vorallem Ärger. Das geschulte Fachpersonal  richtet sich stets nach den Bestimmungen.
Einer macht immer Pause .,..
Für die zwischenzeitlichen Pausen findet sich immer ein Platz zur rechten Zeit. Die Disposition wird über den Betriebsfunk informiert und kombiniert die Arbeits- und Pausenzeiten teilweise mit dem Ladeablauf, einige Fahrer dinieren in der werkseigenen Kantine, andere bevorzugen die umliegenden Autohöfe oder Imbissbuden für die ihnen zustehende Mittagspause. Eine korrekte Belieferungsplanung der Dispo ist hier ein absolutes Muss, wohlwissend, das etwahige Verstösse gegen das Fahrepersonalgesetz auch Strafen für den Disponenten nach sich ziehen können.
Alles in allem ist dieser Beruf also nichts anderes als ein Vollzeit-Rentnerjob, wenn man sich nur an die Regeln hält. Kein Platz also für weitere Zeitoptimierungsprogramme im Arbeitsablauf. Würde das je ein Disponent wagen, könnte dieser vergleichsweise genauso im alkoholisiertem Zustand ein Kraftfahrzeug steuern, wohlwissend, das Kribbeln im Bauch anders funktioniert.
Noch eine schnelle Pause vor dem Feierabend.