Montag, 21. Mai 2012

Betonwerk Lintel

Schönes Werbevideo mit einem ausgeklügelten Schlußsatz: Zitat: "Die Verfrachtung erfolgt ausschliesslich mit langjährigen Logistikpartnern."
Dazu Betonfahrerblog: "Stimmt, besser kann man die hauseigene Firmengruppe kaum umschreiben."

Freitag, 11. Mai 2012

Betonpumpe im Einsatz - Gärtner on Tour



"Der Mörder war wieder der Gärtner, und der plant schon den nächsten Coup.
Der Mörder ist immer der Gärtner, und der schlägt erbarmungslos zu!"
So jedenfalls der Songtext des Liedes aus dem Jahr 1971 gesungen von Reinhard Mey, welches er eigentlich als Parodie zu den in den 60er Jahren so polpulären Krimi's von Edgar Wallace und Agatha Christie schrieb. Mit dem Gärtner auf den Bildern hier hat das, mal abgesehen vom erbarmungslosen Zuschlagen, aber eher weniger zu tun. Zuschlagen wohlgemerkt auch nur im Sinne der Ausdrucksweise, denn dieser Gärtner hier betreibt nämlich einen Betonpumpendienst in Recklinghausen und schlägt immer dann erbarmungslos zu, wenn seine Betonpumpen zu speziellen Einsätzen an die Baustellen gerufen werden wo sie bereits für die Baufirmen als unverzichtbar gelten.
So zum Beispiel dieser Einsatz hier im westfälischen Füchtorf, bei dem nicht die Menge des Betons speziell war sondern vielmehr der Plan, den Beton punktgenau in die eingeschalten Flächen zu bekommen. Betonträger und Pfleiler für die Decke waren hier ja bereits montiert und so stellte sich der Einbau des Betons mit dem Kran durch den Zeitverlust als unvorteilhaft herraus, zumal die errechnete Menge doch erheblich war.
Kein Problem also für Gärtners Betonpumpendienst, welcher gleich mehrere der schweren Großpumpen vom Hersteller Schwing mit 52m bis 58m Ausleger verfügbar hat. Mit der kann der Pumpenfahrer ganz bequem mit dem Rüssel über die Pfeiler hinweg die Sohle erreichen und den Beton völlig unproblematisch in die Baustelle pumpen. So kann auch der letzte Mürker am Abend pünktlich in seinen wohlverdienten Feierabend starten, während der Pumpenfahrer und auch wir Mischerfahrer erst noch zum Standort der jeweiligen Firma zurückfahren um dort unsere Fahrzeuge zu reinigen.
Über die Rutsche des Mischers läuft der Beton in den Trichter der Betonpumpe
Gärtner Betonpumpe mit 58m Ausleger
Über Betonpfeiler hinweg - Punktgenaues betonieren
5 Achsen für 49 tonnen Gesamtgewicht
Abgetzützt auf engem Raum - Gärtner Betonpumpe im Einsatz

Samstag, 21. April 2012

Der Tag an dem der Actros still stand.

Der Tag an dem die Erde stillstand umschreibt es wohl treffender aber so schlimm war es dann ja auch wieder nicht. Manche Tage sind aber auch wirklich zum Haare raufen um nicht zu sagen sogar voll für das Hinterteil. Betonlieferungen gehen raus zum Kunden, beim Kunden ist warten angesagt weil die Schalung nicht fertig ist, der Betonmischer läuft.
Beton passend anmischen, entladen, zurück zum Werk, der Betonmischer läuft.
Im Betonwerk eine neue Mischung laden, Wasser tanken, Lieferschein holen, der Betonmischer läuft.
Der Betonmischer läuft eigentlich den ganzen Tag über, mal abgesehen von einer kurzen Mittagspause vielleicht. Was also, wenn der Betonmischer mal nicht läuft ?
Dann steht er in der Werkstatt und bekommt SP oder TüV, neue Bremsen oder andere herkömmliche Tauschteile. So ein Tag, so wunderschön wie heute, ich hatte ihn erwischt.
Was macht also der Betonfahrer wenn sein Fahrmischer in der Werkstatt steht ? Richtig, er fährt mit der Hofhure los. Das macht er nicht nur weil er ja sonst nichts zu tun hat, sondern weil die alte Hofhure auch mal bewegt werden muß, denn dafür steht er ja in der Halle, der Dreiachser Actros MP1. Alles klappert an der Kiste, das Amaturenbrett vor lauter Staub kaum lesbar, abwischen und gut, egal, Beton in die Trommel und los zur Baustelle. An der ersten Baustelle dann das Malheur: Kran kaputt, Monteur ist unterwegs, kann ein Weilchen dauern. Der Betonmischer läuft.
Eine gute Stunde später hat der Monteur den Kran wieder am Start und es geht los, Wände betonieren, 7 m³ Beton entladen in 90 Minuten. Abfahrt zum Werk, der Betonmischer läuft.
Am Werk dann eine neue Ladung in die Trommel, der Auftrag: 4 m³ des grauen Baustoffs nach Versmold. Dort angekommen warten die schon sehnsuchtsvoll auf den Beton und fangen auch sofort an zu betonieren. Doch was ist das ? Am Kran hängt eine 200 Liter Bombe, Ringbalken werden betoniert, so ein Pech aber auch, das dauert und der Betonmischer läuft.
Nach zwei weiteren Stunden und 20 Minuten sind sie endlich fertig, Rutsche abwaschen und ab zum Werk, ich habe noch einen halben m³ Rest in der Trommel, na egal, erstmal Mittagspause und damit der Rest nicht hart wird, na was wohl, der Betonmischer läuft.
Schnell meine Kaffeetasse nachgefüllt und 'ne Pommes mit Currywurst eingeschmissen, dann unter die Anlage zum Beladen. Neuer Auftrag: 6 m³ für Fundamente in Sassenberg, soll endlich mal schnell gehen. Ab zur Baustelle, der Betonmischer läuft. Ankunft Baustelle, der Bauherr legt selber Hand an, Rohr dran, Beton schön dünn, laufen lassen. Nach zwei entladenen Kubikmetern bricht ein Teil der frisch ausgeschachteten Fundamente ein. Der Bauherr: "Scheisse!" Ich: "Mist!" Der Betonmischer: läuft!
Zusammen mit seinem Nachbar schaufelt der Bauherr den Beton aus der Einbruchstelle in eine Schippkarre und leert diese auf der anderen Seite seiner Baustelle in die Fundamente. Leider wurde der Minibagger gerade abgeholt weil der an einer anderen Baustelle gebraucht wird. Mist ! Jetzt geht alles in Zeitlupe, bis der wie vom Bauherr geforderte dünngemachte Beton entfernt war verging eine Stunde. Eine weitere Stunde dauerte es bis das zusammengefallene Fundament von Hand ausgeschaufelt und mit Brettern verstärkt wurde. Letztendlich hatten sie es geschafft und so sagte der Bauherr zu mir ich solle langsam laufen lassen, ganz langsam.
Zweimal den Fahrmischer an eine andere Stelle umgesetzt und eine weitere halbe Stunde später dann aufatmen, es war vollbracht. Saubermachen und zurück zum Betonwerk, der Betonmischer läuft und wie er läuft, der Dreiachser Mercedes hat 310 PS.
Zurück im Werk dann die Neuigkeit, letzte Tour für heute, 3 m³ Beton nach Borgholzhausen. Auf meine Frage hin: "Geht das schnell ?", folgte sogleich die Antwort des Verladers: "Nimm Zeit mit, die entladen mit Karre." Na das war ja klar aber das krieg ich auch noch hin. Also beim beladen noch schnell den Wassertank gefüllt und fertig, Abfahrt, der Betonmischer läuft.
Ankunft in Borgholzhausen, das Bauvorhaben: Eine kleine Platte im Keller zum Aufstellen einer Waschmaschine. Schubkarren ? Eine. Der Typ stand ganz alleine da und ich machte seine Karre voll. Mit jeder weiteren Füllung seiner Karre wuchs in ihm der Wunsch die Karre nicht so voll zu haben und er schien lange Arme zu bekommen doch Beton ist nunmal schwer und der Betonmischer läuft.
Nach knapp zwei Stunden war dann auch diese Baustelle erledigt, ich hatte noch einen viertel Kubikmeter Rest in der Trommel also ab damit zum Auswaschen.
Ankunft im Werk, ich bin leider nicht der einzige, der Feierabend machen will, warten ist angesagt, warten bis die Kollegen vor mir ihre Mischertrommel ausgewaschen haben. Und der Betonmischer ? Richtig, der Betonmischer läuft.
Warten auf den Feierabend und der Betonmischer läuft.
Eine weitere Stunde später war ich endlich an der Reihe und konnte meinen viertel m³ Restbeton auswaschen. Dann ab in die Halle, den Betonmischer in die hinterste Ecke gestellt und abschalten. Vorne steht meiner, der ist schon wieder fertig. Ab nach Hause und selbst auch abschalten, so einen Tag muß ich so schnell nicht wieder haben.
Auf dem History Channel dann zum X-ten Mal die Wiederholung von "Am Tag an dem die Erde still stand", ich zappe schnell weiter, sowas braucht nun wirklich kein Mensch.

Mittwoch, 11. April 2012

Neue Windkraftanlage für Borgholzhausen

Borgholzhausen. Eine neue Windkraftanlage der Firma Enercon ist nun vom Kamm des Teutoburger Waldes bis weit in das Land hinein zu sehen und soll vorraussichtlich für die nächsten 20 Jahre Strom produzieren. Die beiden kleineren Windräder hier oben auf dem Piumer Hollandskopf mussten dem fast 130m hohen neuen Turm weichen und sind nach 16 jährigem Einsatz demontiert worden, zumindest die halben Masten. Die Hälfte blieb für die dort verbauten Telecommunications-Antennen stehen.
Was aber hätte solch eine Aktion im Betonfahrerblog zu suchen, wenn wir nicht den Beton für das große Fundament auf den 307m hohen Berg transportiert hätten ?
In das Betonfundament für den neuen Windgenerator sollten etwa 1000 Kubikmeter Beton hinein gehen. An die genaue Menge kann ich mich leider nicht mehr erinnern, solche Zahlen werden werkseitig aus preislichen Gründen nicht so gern geannt. Fakt ist aber, das die etwähige Menge Beton bei Windkraftanlagen dieser Baureihe, je nach Aufstellort bis zu 1.500 m³ betragen kann.
Um den Hollandskopf, welcher zu Zeiten des kalten Kriegs ein (HIPAR) Radar-Stützpunkt der holländischen Natokräfte war, zu erreichen, mussten wir mit unseren Fahrmischern die Peter-Eggermont-Straße rauf. Der steilste Abschnitt dieser Zufahrtstraße bringt es über einer Strecke von 700m auf beachtliche 10% Steigung, was für einen 30tonner Diesel schon eine echte Ansage ist.
Betonarbeiten am Fundament - 36m Betonpumpe im Einsatz
Dazu muß man wissen, das ein Fahrbetonmischer am hinteren Ende der Trommel offen ist und die Ladung, ganz abhängig von der Konsistenz, meisstens flüssig ist und nur durch die großwandige Schnecke im innern der Trommel während der Fahrt nach vorne gedreht wird. Dadurch mischt sich der Beton. Wenn nun der vollbeladene Betonmischer eine Steigung nimmt, folgt das flüssige Baustoffprodukt den natürlichen Kräften der Erdanziehung, ähnlich wie bei einem Eimer mit Wasser wenn man ihn auskippt.
Aus eben diesen Gründen wurde bereits im Betonwerk darauf geachtet, das wir Betonfahrer nicht mehr als 6,5 m³ Beton in der Trommel hatten, als wir zum Hollandskopf losfuhren.
(Fachliteratur Betonfahrerblog)
Kubikmeter für Kubikmeter wird hier in das Fundament gepumt.
Die kleine Betonpumpe mit dem 36m langen Mast reichte völlig aus um das Fundament von allen Seiten gut zu erreichen. Um ohne Unterbrechung pumpen zu können sind wir hier mit zwei Fahrmischern gleichzeitig an die Pumpe gefahren doch das alles hilft nur bedingt, denn die Ladezeiten waren länger als die Standzeit an der Pumpe und so sammelten sich die Kollegen nach einer Weile wieder am Werk und warteten bis sie wieder mit Laden dran waren. So verzögerte sich nach und nach die erneute Ankunft an der Baustelle entsprechend, was die Bauarbeiter aber nicht weiter störte, da sie die Leerlaufzeit für ihre Pausen nutzen.
Das fertige Fundament mit neuer Windkraftanlage
Mindestens 20 Jahre lang soll das neue Windrad mit der Typenbezeichnung Enercon E82 E2 hier oben Strom produzieren. Ein paar technische Daten des neuen Turms:
Nabenhöhe 85m. Rotordurchmesser 82m. Gewicht des Rotors 60to. Maximale Höhe des Windrades insgesamt 126m. Nennleistung, max. möglicher Ertrag/h 2300 kWh oder eben 2,3 MWh. Anzahl der Haushalte bei geschätzten Verbrauch von etwa 3500 kWh jährlich für einen Vier-Personenhaushalt, die von der Anlage versorgt werden können: 1700 bis 1900.
Die alten Türme mussten dem Neuen weichen.
Hier noch ein Video vom Anbau des Rotors an den Turm der neuen Anlage.

Mittwoch, 21. März 2012

Rüssel rein - Rüssel raus - aber heut' geht's gut ....

Baustelle im Regen
Mein lieber Herr Gesangsverein, was war das doch für ein verregneter Tag in Beckum und dazu noch eine Pumpbaustelle mit verjüngten Schläuchen am Pumpenrüssel, nur zu gut geeignet um damit schmale Schalungen von Kuhstallwänden mit Beton zu füllen. Doch wie kommt Kuhkacke aufs Dach, oder besser gesagt, wie kommt der Beton durch das Dach ?
An verschiedenen Stellen wurden kurzerhand ein paar Dachziegel entfernt, so konnte der Pumpenfahrer den Schlauch mit seinem 42m langen Mast direkt an die passende Stelle der Schalung führen. Da wo es nicht reichte wurde ein weiterer dünner Schlauch an das bereits dünne Ende montiert und mir schwante schon nichts Gutes bei dem Gedanken das schon ein kleiner Fehler bei der Pumpenbedienung oder nur ein zu groß geratener Stein im Beton des Mischfahrzeugs in den dünnen Schläuchen einen Stopper auslösen könnte, war dies doch in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen so der Gedanke der Erfahrung wegen.
Während der Pumpenfahrer mit seiner Funkfernbedienug den Diesel seiner Actrose startete und mir mit der Hupe verständlich machte das es nun losgehen kann, hatte ich bereits den Trichter der Pumpe mit Beton gefüllt und ließ das graue Zeug langsam laufen. Sehr langsam sogar, denn er pumte ja auch nicht gerade schnell. Zum einen lag das wohl an den dünnen Schalungen, zum anderen an den dünnen Schläuchen. Das war wiedermal so eine Sonderaktion und ich stand im Regen.
Rüssel raus aus dem Dach ....
Und die Bauarbeiter, in unseren Breiten auch Mürker genannt, wollten einfach nicht fertig werden. Zwischendurch stoppte der Pumpenfahrer immer wieder seine selbstfahrende Arbeitsmaschine um entweder neue Schläuche anzubauen oder zu warten bis die Bauarbeiter ihre Schalungen richtig gesichert hatten.
Ich konnte in der Zwischenzeit noch nicht mal im Fahrerhaus warten weil der Kollege nach ein paar Sekunden wieder auf die Hupe drückte um wieder ein paar Schläge zu pumpen aber dank meiner Regenkleidung blieb ich wenigstens trocken.
Plötzlich passierte das, was ich schon befürchtete aber nicht hoffte. Der Motor der gelben Betonpumpe wurde nach wilden Hupen des Pumpenfahrers und Vor- und Rückwärtspumpen des Betons in den Rohrleitungen der Pumpe ausgeschaltet was sich sofort nach noch mehr Wartezeit anhörte. Als sich nichts mehr rührte ging ich zum Ort des Geschehens in den Stall, um zu sehen was Sache war.
"Da kommt nichts mehr raus, der sitzt zu", soweit der eigentlich ruhige Kollege Pumpenfahrer schimpfend über dem Schlauch.
Also hat er erstmal mit dem Hammer geklopft und als das auch nichts half wurden die Schläuche demontiert. Schlauch für Schlauch wurde entfernt und überprüft und nichts wurde gefunden. Die Schläuche waren leergelaufen aber an welcher Stelle der Brocken steckte, der für die Verstopfung verantwortlich war, blieb unklar. Zumindest solange, bis der Mast soweit abgesenkt wurde, das der Fahrer auch das Endstück mit der Verjüngung erreichen konnte. Ein paar Hammerschläge später wurde klar, das sich die Verjüngung einen Brocken eingefangen hatte.
Die Metallverjüngung wurde aus der Leitung gelöst und mit dem dicken Ende auf den Boden gestoßen und siehe da, daraus löste sich ein großer Klumpen harter Stahlfaserbeton. Stahlfasern haben ja bekanntlich die Eigenschaft den Beton noch besser zusammenzuhalten aber hier war offensichtlich der Zweck dazu stark verfehlt. In diesem Beton für die Kuhstallwände sollten eigentlich keine Stahlfasern enthalten sein, Wo also kamen die denn her ? Der Klumpen hat sich wohl aus alten Ablagerungen in der Trommel meines Fahrmischers gelöst nachdem ich den Beton an dieser Baustelle schon ziemlich lange mischen ließ. Nun könnte man ja über die Reinhaltung und Pflege seines von der Firma zur Verfügung gestellt bekommenen Fahrmischers fachsimpeln aber so ist das nunmal wenn die Fahrzeuge von unfähigen Aushilfen bedient werden, da erkennt so manch Mürker den Mischer wieder und äußert sich schonmal lachend über das Fahrzeug mit den Worten: "Ach, da kommt ja die Hure !"
Also los, auf ein Neues. Die Schläuche wieder an die Pumpe dran, anpumpen, Leitung wieder zu. Vor- und zurück pumpen, Rüssel runter, Verjüngung ab, Mist ! Das ganze Spiel wiederholte sich dann noch drei mal bis endlich alle Brocken aus dem Rohrleitungssystem raus waren. In der Zwischenzeit stand ich bereits seit 2 Stunden an der Baustelle und ließ den Beton während der langen Wartezeiten immer wieder im Fahrmischer mischen damit er in Bewegung war und nicht hart wurde.
Als es dann wieder einigermaßen weiter ging hob der Kollege Pumpenfahrer den Rüssel hoch um seinen gesamten Schlauch aus dem Dach herraus schauen zu lassen und wieder in ein neues Loch einzuführen. Das war ein echtes Spiel mit der Geduld, denn der Beton wurde dadurch ja auch nicht mehr besser.
Doch dann hörte ich endlich den Kies in der Trommel klappern was soviel bedeutet das die Mischertrommel bald leer sein wird. Ich drückte auf die Hupe, die Betonpumpe hat einen extragroßen Druckschalter dafür neben dem Einfülltrichter. Die Hupe selbst befindet sich am Ende des blauen 42m langen Auslegers damit der Pumpenfahrer die auch hört um den Pumpvorgang unterbrechen zu können.
Jetzt schnell noch die Rutsche von Betonresten gereinigt und den Lieferschein in sein Fahrerhaus gelegt, dann ab zum Betonwerk.
Warten, warten und nochmal warten ....
Als ich am Betonwerk eintraf bekam ich von der Dispo die Message über Funk: "Du mußt nochmal da hin", und so hätte die Überschrift auch lauten können, "Beckum im Regen", denn wie sollte es auch anders sein an diesem Tag, Regen, Regen und nichts als Regen. Doch noch während ich wieder unterwegs zur Baustelle war, hatte ich noch diesen Ohrwurm vom Freitag Abend im Ohr: "Rüssel rein, Rüssel raus, aber heut' geht's gut ....



Sonntag, 11. März 2012

Transportbeton in China

Während meines Urlaubs in China habe ich mal ein paar Info's über die Transportbetonfahrer in China sammeln können. Ein herkömmlicher 3 Achsen Mischer fährt hier mit 8 m³ Beton an die Baustelle. Der Job des jungen chinesischen Fahrers aus Wuhan in der Provinz Hubei ist aber der gleiche wie in allen anderen Ländern und nach seiner Aussage für Rentner absolut tauglich. Fahrtenschreiber gibt es aber nicht. Hier darf noch gearbeitet werden bis der Job erledigt ist. Die Betonpumpen an Baustellen wie der auf den Bildern sind nicht selten bis tief in die Nacht hinein im Einsatz. Schwere Trucks sind aus der Innenstadt verbannt worden und so benötigen auch die Mischerfahrer eine Erlaubnis um an die Baustelle zu gelangen. Diese ist in Form eines Pappschilds in der Frontscheibe des Fahrmischers sichtbar.

Dienstag, 21. Februar 2012

Umweltverschmutzung durch Betonfließmittel

Bildbeispiel: Betonfließmittel
Der Fahrer eines Betonmischers wird über die Zusammensetzung von Komponenten des Betons in seinem Fahrmischer häufig nur unzureichend bis garnicht informiert. Woher soll er auch das Wissen nehmen, für das eigentlich die Laboranten zuständig sind? Und doch, wäre unsere Umwelt mit etwas mehr Aufklärung seitens der Baustoffkonzerne nicht ein wenig besser dran?

Um die Qualität des Betons nicht durch die nachträgliche Zugabe von Wasser an den Baustellen zu beeinträchtigen, werden Zusatzmittel wie Verflüssiger oder Fließmittel beigemischt. Beide haben die Eigenschaft, den Beton fließfähiger zu machen, ohne das korrekte Mischverhältnis bestehend aus Sand, Kies, Zement und Wasser, ändern zu müssen.
Fließmittel werden heute in nahezu allen Betonwerken und als Zugabe an den Baustellen eingesetzt und sind aus qualitätstechnischer Sicht, vorallem bei Fließbeton, unverzichtbar.
Natürlich hat Qualität auch seinen Preis, welcher dem Kunden weiterberechnet wird. Doch welchen Preis hat das für unsere Umwelt ? Welche Auswirkungen haben die Bestandteile des Fließmittels, zu denen Naphthalin-Formaldehyd-Sulfonate, Melamin-Formaldehyd-Sulfonate und in neueren Fließmitteln auch Polycarboxylate gehören ?
Mit der Frage der Umweltbelastungen beschäftigte sich das SCHWEIZER BUNDESINSTITUT FÜR TECHNOLOGIE und veröffentlichte die folgende Doktorarbeit in Sachen Naturwissenschaften.

Studie zu Umwelteinflüssen von Inhaltstoffen in Naphtalinsulfonaten
Naphthalinsulfonate und Naphthalinsulfonatformaldehydkondensate
(NSFK) sind Zivilisationschemikalien, welche aufgrund ihres ionischen
Charakters, ihrer Persistenz und ihrer weitverbreiteten Anwendung die
Gewässer verschmutzen. Sie werden vorwiegend in der Textilindustrie und
als Hochleistungsbetonverflüssiger im Bauwesen angewendet. Für beide
Anwendungen wird der weltweite Jahresverbrauch auf je 150'000 Tonnen
geschätzt. Das Umweltgefährdungspotential sulfonierter Naphthaline, die
in der Textilindustrie zum Einsatz kommen, wurde bereits eingehend
untersucht. Die Rolle der Bauindustrie als Quelle für NSFK in der Umwelt
ist jedoch noch weitgehend unbekannt. Der Schwerpunkt dieser Studie
besteht darin, das Umweltrisiko von NSFK aus der Bauindustrie zu
ermitteln. Da die moderne Bautechnologie vermehrt auf chemische Zusatzmittel
angewiesen ist und NSFK zu den meist angewendeten Betonzusatzmitteln
gehören, representiert diese Arbeit ein Musterbeispiel für die
Abschätzung des Umweltrisikos von polaren organischen Bauchemikalien
im Allgemeinen.
Eine analytische Methode zur Bestimmung von NSFK in Wasserproben
wurde entwickelt. Diese basiert auf synchroner Anregungsfluorimetrie mit
einem von 105 nm. Alle NSFK-Komponenten (Monomere und
Oligomere mit verschiedenen Kettenlängen) werden als Summenparameter
erfasst. Die Proben wurden dazu weder angereichert noch aufgetrennt.
Interferenzen durch Huminsäuren und Nitrat wurden nur bei
Konzentrationen über 1 mg C/L und 1 mg NO3
-/L beobachtet. Eine
mögliche Verstärkung des Fluoreszenzsignals durch Naphthalin wurde
durch das Extrahieren der Umweltprobe mit n-Hexan verhindert. Die
Nachweisgrenze der Methode beträgt 0.2 g/L.
An zwei Tunnelbaustellen wurden Feldstudien durchgeführt. Bei beiden
Baustellen wurden NSFK enthaltende Zementsuspensionen in den Grundwasserleiter
injiziert, damit der Schotter rundum den Tunnelquerschnitt
stabilisiert werden konnte. Das Grundwasser wurde während eines, bzw.
zweier Jahre überwacht. NSFK-Konzentrationen von bis zu 230 g/L
konnten in einem Abstand von 5-10 m zur Baustelle gemessen werden.
Die Konzentrationen von einigen NSFK-Komponenten in den
Grundwasserproben sanken schneller als aufgrund der Verdünnung des
VII
NSFK erwartet werden kann. Diese beschleunigte Abnahme wurde der
biologischen Transformation zugeschrieben. Dies konnte durch Bioabbauexperimente
im Labor bestätigt werden. Die Experimente zeigten, dass die
meisten NSFK-Monomere innert 195 Tagen abgebaut werden. Hingegen
sind Naphthalin-1,5-disulfonat und die NSFK-Oligomere persistent.
Im Grundwasser konnten NSFK-Komponenten mit Kettenlängen von eins
bis vier Einheiten gefunden werden. Ihre Migrationszeiten im Aquifer
waren unterschiedlich. Dieses Verhalten konnte mit Adsorptionsexperimenten
erklärt werden. Die Experimente zeigten, dass die
Adsorptionsfähigkeit der Oligomere mit zunehmender Kettenlänge
ansteigt. Oligomere mit Kettenlängen von mehr als vier Einheiten
adsorbieren innert wenigen Stunden zu mehr als 90 %. Daraus kann
gefolgert werden, dass sie stark an den Zement adsorbieren und daher nicht
ins Grundwasser ausgewaschen werden.
Basierend auf den Grundwasseruntersuchungen der zwei Feldstudien war
es möglich, die Massenflüsse dieser Baustellen zu berechnen. Die
Abschätzungen zeigten, dass ca. 5 % des eingesetzten NSFK ins
Grundwasser ausgewaschen wurde. Etwa 80 % davon können im
Grundwasserleiter biologisch abgebaut werden, 20 % jedoch bleiben im
Grundwasser. Untersuchungen an weiteren NSFK-Quellen zeigten, dass
auch NSFK von Baustellenabwässern und Abwässer von NSFK
Produzenten über Kläranlagen in die Umwelt gelangen können. Da
Naphthalin-1,5-disulfonat und die NSFK-Oligomere auch in adaptierten
biologischen Klärstufen nicht abgebaut werden, können sie die Kläranlage
unverändert passieren.
Die gemessenen Umweltkonzentrationen von NSFK dienten dazu, eine
Risikoabschätzung für NSFK im Grundwasser und in
Oberflächengewässern zu machen. Ein PEC/PNEC Verhältnis basierend
auf einem Worst-Case-Szenario war grösser als 1. Ein möglicher Umwelteinfluss
durch NSFK kann daher nicht ausgeschlossen werden.
Mit dieser Studie konnten die bauindustriespezifischen Quellen für NSFK
in der Umwelt bestimmt und das Schicksal und Verhalten von NSFK im
Grundwasser erforscht werden. Die Studie ist ein Beispiel für die Abschätzung
des Umweltgefährdungspotential von polaren organischen Bauchemikalien.

Damit ist eine Umweltgefährdung durch in Fließmitteln enthaltenen Stoffen nachgewiesen.
Jede Baustelle, an der unter diesen Kriterien fallendes Fließmittel verwendet wird, läuft also Gefahr, nach jedem Reinigungsvorgang eines Fahrmischers, schädliche Substanzen in den Boden zu bekommen, welche das Grundwasser konterminieren können. Fährt der Betonfahrer sein Mischfahrzeug ungereinigt zum Werk zurück, trägt er das eigene Risiko, Rückstände auf der Straße zu verlieren.
In dem Fall ist das ein Verstoß gegen die StVO §22 (1) Ladung: Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
Weiterhin besteht die Gefahr, während der Rückfahrt mit dem ungereinigten Fahrzeug auch das Grundwasser zu belasten.
Abhilfe schaffen könnte hier sicherlich eine Vorrichtung an allen Fahrmischerrutschen, die das Herabfallen von Rückständen verhindert. In vielen Werken sind diese Schutzsysteme bereits standart, andere Werke wiederum verzichten bewußt auf diese Systeme.
 
Doch auch nach Umsetzung aller möglichen Maßnahmen bleibt ein gewisses Restrisiko für unsere Umwelt bestehen. So wird z.B. nicht jedes Fundament vor dem Einbau des Betons mit Folie ausgekleidet.
Auch beim Auswaschen der Betontrommel im Werk fließt zwar das Brauchwasser in die werkseigene Kläranlage, es bleibt aber weiter konterminiert und wird wiederverwendet. Das Risiko, Grundwassergefährliche Stoffe im Beton zu haben, bleibt also auch an Baustellen bestehen, an denen kein Fließmittel zugegeben werden muß. Generell bleibt zu hoffen, das die Bauchemie in Zukunft neue Wege geht und von Stoffen wie Naphtalinsulfonaten absehen kann.
Allen Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Zusatzmittel zum Trotz spricht die Doktorarbeit des Schweizer Bundesinstituts für Technologie nämlich eine andere Sprache. Naphtalinsulfonate wirken sich nachweisbar schwerwiegend auf die menschliche Gesundheit aus und jeder weiß das ein Überleben ohne Trinkwasser nicht möglich ist.
 
 

Freitag, 10. Februar 2012

Schwergewicht auf vier Achsen

Vorab hier gleich erstmal eine Information für meine überaus geschätzten Leser in Kanada und den USA. Bei der Waage auf den Bildern handelt es sich nicht um eine D.O.T. SCALE ! Etwas derartiges gibt es in Deutschland nicht. Hier handelt es sich vielmehr um eine geeichte Werkswaage.

Grün-Weisses Schwergewicht
Der Blick auf die Anzeige der Waage macht deutlich, Betonmischer sind echte Schwergewichte. Das zulässige Fassungsvermögen der Mischertrommel ist je nach Hersteller variabel und bewegt sich, je nach vorhandener Achsenanzahl und entsprechender Zulassung, in Gewichtsklassen zwischen 26 und 50 Tonnen Gesamtgewicht. Das Gewicht pro m³ Beton ist stark abhängig von dem Mischungsverhältnis, welches etwa 13/16 Sand und Kies, 2/16 Zement, 1/16 Wasser und teilweise einige Zusatzmittel wie Verflüssiger, Fließmittel oder sogar Stahlfasern enthält und liegt bei etwa 2400 kg.
Das Volumen der Fahrmischertrommeln variiert etwas bei den unterschiedlichen Herstellern. Grundsätzlich sind aber von 6m³ bis 12m³ Fassungsvermögen bei regulären Betonmischfahrzeugen und bis zu 15m³ bei modernen Sattelaufliegern möglich, letztere werden aber nur für Großbaustellen benutzt.
Am Steuer eines Betonmischers